Relikte aus vergangener Zeit wieder im Trend: Schallplatten
Können Sie sich das vorstellen? Zu zweit, Kerzenlicht, Rotwein und Musik! Aber nicht aus dem Radio, nicht von einer CD, auch nicht über einen Audio-Kanal im Fernseher, sondern von einer Schallplatte? Ehrlich: Romantisch wäre das schon, denn so eine Vinyl-Scheibe hat was… Aber wer besitzt noch Platten und dazu noch ein Grammophon oder Plattenspieler?
Lassen Sie den Gedanken ruhig zu, denn sie will es wieder schaffen – die gute alte Schallplatte, deren beste Zeiten im Grunde längst vorbei sind. Das lässt sich nicht verleugnen. Jetzt will sie wieder durchstarten, den Markt gewinnen, erstrebt eine Renaissance. Die Schallplatte lebt nach ihren Sternstunden in den Sechzigern, mittlerweile nicht mehr nur bei Sammlern oder in Antiquariat ähnlichen Geschäften, wo sie dahin fristen. Auch das Schallplatten verkaufen lohnt sich inzwischen wieder.
Ein kleiner Rückblick: Vor ihrer Geburt erobert die Walzenspieldose (1796) die Musikwelt, gefolgt vom „tönenden“ Wachszylinder (1886). Zehn Jahre später entwickelt Emil Berliner die Schellack-Schallplatte. Und nach jeder Weiterentwicklung zeigen die Tonträger eine etwas bessere Qualität. Zu verdanken ist das zum Beispiel einem pfiffigen Dresdener. Fritz Pfleumer gibt sein Wissen 1935 preis, und BASF bringt das Kunststoff-Magnettonband heraus. Als 1947 Single und ein Jahr später die Langspielplatte (LP) auf den Markt kommt, ist der Weg für die Vinyl-Scheibe gebahnt. Bis in die 90er Jahre kann die Schallplatte ihren musikalischen Zenit halten – bis sie von der Compact Disc (CD) verdrängt wird. Dann legt die Entwicklung der Audio-Technologie eine rasante Entwicklung hin. Es kommt der MP3-Player, und auf jedem Smartphone lässt sich Musik speichern.
Und jetzt kann sich die Schallplatte ebenso wieder sehen lassen – in besserer Qualität. Bei so manchem Musikfreund sind es vielleicht gerade die Nebengeräusche, die Erinnerungen wecken? Schallplatten-Fans wissen genau, wann und zu welchem Anlass die jeweiligen Scheiben aufgelegt worden sind: Zu einem Fest, an einem Abend zu zweit oder auch nur für sich, um der Stimmung gerecht zu werden.
Vintage-Zeit. Heute ist die Vinyl-Scheibe mit ihrer tongebenden Rille wieder gefragt, und zwar mehr denn je. Leader des Musikgeschäftes sprechen von einem Höhenflug der Schallplatte. Können Sie sich vorstellen, dass die Kapazitäten zum Pressen von Platten kaum ausreicht, weil die Nachfrage ständig steigt? Das betrifft genau so auf Plattenspieler. Neueste Technologien lassen nun den Produktion von luxuriösen Produkten zu, die in attraktiven Boxen angeboten werden. Darin befindet sich nicht nur die Platte, sondern auch Bild-und/oder Textbände, Originalkopien von Plakaten, Faksimiles oder handsignierte Briefe zum Beispiel. So ein Angebot ist Liebhabern und Sammlern schon mal einen oberen dreistelligen Betrag wert. Man kann sich allein beschenken oder mit der Box einen anderen Menschen überraschen, inclusive nebengeräuschfreier Töne.
Stellen Sie sich ihren Lieblingsinterpreten oder ihre Lieblingsband vor. Mit Aufnahmen eines Konzertes, bei dem Sie selbst anwesend waren, mit signierten Fotos der Künstler, deren Vita, einer Aufnahme des allerersten Songs, und das alles in einem Paket. Da schlägt nicht nur das Musikherz höher, sondern es kommen auch Erinnerungen hoch, die vielleicht schon ein wenig „versackt“ waren.
So ist Ihnen Ihre Musik ganz nah. Ob als Langspielplatte oder in der Box, individueller geht es kaum!










